
Die analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie befindet sich im Spannungsfeld zwischen "Tradition und neuen klinischen Herausforderungen“, so sehen es die Veranstalter der 54. Jahrestagung der VAKJP, die vom 28. bis zum 30. April in Düsseldorf stattfindet. In diesem Jahr wird die Jahrestagung der Kindertherapeuten von drei Ausbildungsinstituten im Rheinland ausgerichtet: dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf, dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Köln (IPR) sowie dem Alfred-Adler-Institut Aachen-Köln.
Der Tagungstitel „Wege und Irrwege in der Kinderanalyse“ nimmt Bezug auf Anna Freuds berühmtes Werk „Wege und Irrwege in der Kinderentwicklung“ (1965). Der selbstkritische Titel macht darauf aufmerksam, daß sich die Wege der Kindheit ebenso verändern (und verändern müssen) wie die Wege der Kinderanalyse. Die Lebenswirklichkeiten der Kinder verändern sich in der modernen Welt rasch und beeinflussen die kindliche Entwicklung nachhaltig. Die Therapie hat die Aufgabe, diese Wege und Irrwege nachzuvollziehen, zu verstehen und mit ihrer Entwicklung Schritt zu halten. Auch die Kinderanalyse befindet sich daher in einer dynamischen Weiterentwicklung, die sich aus den Veränderungen der kindlichen Welt und aus neuen Forschungsergebnissen der Psychoanalyse und verwandter Wissenschaften ergibt.
Die Herausforderungen an die Kinderanalyse vervielfältigen sich noch mit der Beschleunigung der gesellschaftlichen und soziokulturellen Veränderungen. Die Familien haben sich strukturell verändert, sind kleiner und brüchiger geworden, Rollenverständnisse und Generationsgrenzen verschwimmen. Überforderung, Idealisierung oder Vernachlässigung der Kinder sind mögliche Folgen dieser Entwicklung. Das immense Medien- und Konsumangebot schafft neue Spannungsfelder für Kinder. Strukturelle und narzisstische Störungen scheinen zuzunehmen: Bindungsstörungen, Symbolisierungsschwächen, Zerfall von Über-Ich und Ich-Ideal, Selbstgefährdungen unterschiedlichster Art sind Beispiele hierfür.
Die Themen der Vorträge und Arbeitsgruppen sollen neue theoretische und behandlungstechnische Aspekte beleuchten. Es sind u.a. Beiträge angekündigt von Wolfgang Bergmann, Gustav Bovensiepen, Frank Dammasch, Monika Dreiner, Michael Günter, Hanneliese Hölper, Hans Hopf, Dieter Katzenbach, Michael Naumann-Lenzen, Renate Schepker, Elisabeth Schörry-Volk, Michael Schulte-Markwort und Silke Wiegand-Grefe.
Termin: Samstag, 28. April, bis Monatg, 30. April 2007
Tagungsort: Haus der Ärzteschaft, Testeegenstr. 9, Düsseldorf
Weitere Informationen und Anmeldungen:
Tagungsbüro Heike Müßner, Im Krummen Sieke 33, 30419 Hannover, Tel: 0511- 783931

Das Museum Insel Hombroich bietet den Rahmen und liefert die Inspiration für die Tagung "Begegnung im Kulturraum", in der die Bedeutung der psychodynamischen Beratung in der postmodernen Gesellschaft ausgelotet werden soll. Veranstalter ist das Düsseldorfer Institut für Psychodynamische Oragnisationsentwicklung und Personalmanagement (POP) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Analytische Supervision (AsV) sowie dem Institut für Analytische Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik (IAGD), die alle in Düsseldorf ansässig sind. Zur Einführung referiert Dr. phil. Beate West-Leuer, Trainerin und Coach (DBVC) über "Psychoanalyse und bildende Kunst". Ausgangspunkt ist ihr dabei eine Bemerkung aus der Meditation XVII des englischen Schriftsteller und Predigers John Donne: "No man is an island, entire of itself" ("Kein Mensch ist eine Insel, in sich selbst vollständig"). Dr. Marga Löwer-Hirsch, Psychotherapeutin und Supervisorin, widmet sich in ihrem beitrag der "Schnittstelle Körper, Seele und Kultur in Psychotherapie und Beratung". Dr. med. Claudia Sies berichtet über "postmoderne Lebensstile und ihre Auswirkungen auf die psychodynamische Beratung". Hinzu kommen workshops von Dr. Matthias Hirsch (Gruppenanalyse) und Prof. Wolfgang Tiedt (Bewegungskultur) sowie einen AUS-KLANG der Musikgruppe Sen-Jam aus dem Senegal.
Zeit: 16. Juni 2007, 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Ort: Museum Insel Hombroich, Minkel 2, 41472 Neuss-Holzheim
Telefon (02182) 2094
Tagungsbüro: Monika Pult, Tel. 02182-9108, Email: hpult@t-online.de

Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel widmet sich den Themen Sterben, Tod und Gedenken. Es wird getragen von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, deren Ziel es ist, das Interesse der Allgemeinheit an einer kulturbewußten Gestaltung von Friedhof, Grab und Grabmal wachzuhalten. Dazu dienen aus Kunstaustelleungen, die die Kontinuität und den Wandel im Umgang mit dem Tod veranschaulichen. Die Austellung "Tanz mit dem Totentanz" wurde von dem Kölner Psychoanalytiker Dr. Hartmut Kraft zusammengestellt, der neben den Reproduktionen historischer Totentanz-Darstellungen auch moderne Überarbeitungen des Stoffes zeigt: Kraft beauftragte 25 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler, moderne Variationen des Totentanzes zu schaffen. Die Ausstellung reicht damit von dem makabren Tanz ausgelassener Knochenmänner aus der Schedel´schen Weltchronik von 1493 (s.o.) über barocke Beispiele des Totentanzes bis zur klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Schließlich zeigt die Ausstellung auch Masken von Totentänzern aus frühen Hochkulturen in Asien, Afrika und Lateinamerika.
Der Kölner Nervenarzt und Psychoanalytiker Dr. Hartmut Kraft ist als Sammler und Autor zahlreicher Bücher im Grenzgebiet von Psychiatrie, Psychoanalyse, Ethnologie und Kunst bekannt geworden.
Ort: Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstr. 25-27, 34117 Kassel, Tel. 0561-918930
geöffnet vom 10. März bis 22. Juli 2007, jeweils dienstags sowie donnerstags bis sonntags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, mittwochs von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Verlängerte Öffnungszeiten (10.00 Uhr bis 22.00 Uhr) an den Mittwochabenden: 20. Juni, 27. Juni, 4. Juli, 11. Juli und 18. Juli.Die Ausstellung in Siegen wird am Sonntag, 30. April 2006, um 11 Uhr eröffnet.
Info: www.sepulkralmuseum.de
Ansprechpartner: Dr. Hartmut Kraft, Psychoanalytiker, Köln

Das HB-Männchen der sechziger Jahre ist auch heute noch den meisten Fernsehzuschauern im Gedächtnis. Es handelte sich um die Zeichenfigur Bruno, dem eine angeblich beruhigende Zigarette nahe gelegt wird, um zu Selbstbeherrschung und Gelassenheit zurückzufinden. Heute wissen wir, daß die Zigaretten genau dem Vorschub leisten, was sie zu bekämpfen behaupteten. Der in den kurzen Zeichentrickfilmen gezeigte Alltags-Streß gehört zu den wichtigsten Faktoren, die den Ausbruch und das Andauern von psychosomatischen Krankheiten begünstigt. Stress gilt es präventiv und gesundheitsfördernd zu bewältigen.
Stress z.B. leistet dem Bluthochdruck Vorschub, genauso, wie es das Rauchen von Zigaretten tut. An Bluthochdruck und dessen Folgeerkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Gefäßkrankheiten) sterben mehr Menschen als an Krebs. Jeder zweite Deutsche über 50 Jahren leidet an Bluthochdruck.
Wir unterscheiden den primären oder essentiellen Bluthochdruck (90% der Fälle) von dem sekundären Bluthochdruck. Die Ursachen des sekundären Bluthochdruckes liegen in der Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Anti-Baby-Pille) oder sind Folge anderer Grunderkrankungen z. B. an den Nieren oder im Stoffwechselbereich. Die Ursachen des primären Bluthochdrucks sind nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden sowohl genetische als auch Umweltfaktoren. Umweltfaktoren sind z.B. erhöhter Kochsalzkonsum, Nierenfunktionsstörungen, Übergewicht, Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie Stress.
In psychoanalytischen Behandlungen, die meist aus anderen Gründen aufgesucht werden, stellt sich ein Bluthochdruck häufig als Nebenbefund heraus. Werden im Laufe der Behandlung aus dem Bewusstsein bisher verdrängter Ärger, Erwartungsspannungen und Ängste, v. a. vor Erfolglosigkeit, aufgedeckt und bearbeitet, so können wir die Erfahrung machen, dass nicht nur seelische Erleichterung eintritt, sondern auch der Blutdruck sinkt.
Insofern ist die Annahme berechtigt, dass seelische Belastung, sei sie auch unbewusst, zu den Stressfaktoren gehört, die den Blutdruck erheblich beeinflussen können. Jedem Menschen, der unter einem Bluthochdruck leidet, ist deshalb anzuraten, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, der ihm helfen kann, bewusste oder auch in seinem Unbewussten liegende Spannungen zu entdecken und auszuräumen.
Bruno griff zur Zigarette; besser ist der Griff zur Telefonnummer eines gut ausgebildeten Psychotherapeuten!
Ansprechpartner: Dr. Angela Gräber, Psychoanalytikerin, Meckenheim

Das Seelische bewegt sich in Bildern und lässt sich von Bildern bewegen besonders von bewegten Bildern. Die Filme sind ein Medium, in dem sich die Gefühle, Wünsche, Ängste und Nöte ausdrücken können. In ihnen zeigen sich die Gefühlsgeschichten unseres Alltags in einer prägnanten Gestalt, darum werden wir von dem Schicksal der Helden und Anti-Helden oft gefesselt und hin und hergerissen.
Die Psychoanalyse bietet eine Plattform, auf der sich klären lassen kann, wie Filme wirken. Dabei zeigt sich, wie bestimmte Grundprobleme des Lebens in den Handlungsfiguren Form gewinnen, welches Schicksal sie erfahren, welche Wendungen sie nehmen, wie sie sich verkehren können und schließlich: welche Lösungsversuche gelingen oder scheitern.
Zwei psychoanalytische Institute in NRW wollen mit Filmreihen, Vorträgen und Diskussionen dazu anregen, sich vertiefter mit der bewussten und unbewussten Bedeutung von Filmen auseinanderzusetzen. Wir möchten hier darauf hinweisen und herzlich zum Dialog einladen:
Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf
In der vom Black Box Filmtheater und der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik veranstalteten Reihe Psychoanalyse und Film werden jeweils freitags um 19.00 Uhr folgende Filme gezeigt, stets eingeführt von Sebastian Feldmann (Rheinische Post) und von einem Vortrag einer Psychoanalytikerin/eines Psychoanalytikers kommentiert (anschließend Diskussion):
23. März 2007
Adams Äpfel von Anders Thomas Jensen
Dänemark 2005, 90 Minuten
kommentiert von Dr. Marga Löwer-Hirsch
Veranstaltungsort:
Filmtheater CINAMA, Schneider-Wibbel-Gasse 5, 40213 Düsseldorf
27. April 2007
Wie im Himmel von Kay Pollak
Schweden 2004, 132 Minuten
kommentiert von Dr. Beate West-Leuer
15. Juni 2007
Spellbound - Ich kämpfe um dich von Alfred Hitchcock
USA 1945, 121 Minuten
kommentiert von Dr. Matthias Hirsch
24. August 2007
Lemming von Dominik Moll
Frankreich 2005, 127 Minuten
kommentiert von Dr. Claudia Sies
Veranstaltungsort:
Filmtheater BLACK BOX, Schulstr. 4. 40213 Düsseldorf
www.filmkunstkinos.de
Kartenreservierung: 0211 - 89 92 490
Kontakt:
Geschäftsstelle der Akademie:
Monika Pult
Postfach 22 12 80
41435 Neuss
Tel.: 02182 - 91 08
Fax: 02182 - 696 43 Email: hpult@t-online.de
Weitere Informationen: www.akademie-psychoanalyse-duesseldorf.de
Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf e.V.
Die Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf (DPV) zeigt zwei Filmreihen - sonntags in Köln und neuerdings freitags auch in Bonn.
In Zusammenarbeit mit dem OFF Broadway Kino in Köln zeigt die Arbeitsgemeinschaft folgende Filme:
13. Mai 2007, 15.30 Uhr
Lemming von Dominik Moll
Frankreich 2005, 127 Minuten
kommentiert von Dipl.-Psych. Brigitte Ziob
10. Juni 2007, 15.30 Uhr:
The Science of Sleep von Michel Gondry
Frankreich 2005, 105 Minuten
vorgestellt von Dr. med. Sabine Wollnik
12. August 2007, 15.30 Uhr:
Wie im Himmel von Kay Pollak
Schweden 2004, 132 Minuten
vorgestellt von Dipl.-Psych. Thomas Auchter
9. September 2007, 15.30 Uhr:
Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck
Deutschland 2006, 137 Minuten
vorgestellt von Dr. med. Isolde Böhme
14. Oktober 2007
Adams Äpfel von Anders Thomas Jensen
Dänemark 2005, 90 Minuten
kommentiert von Dipl.-Psych. Angelika Voigt-Kempe
Info: www.psa-kd.de und off-broadway.de
Kartenreservierungen:
OFF Broadway Kino, Zülpicher Str. 24, 50674 Köln,
Tel.: 0221 / 820 57 33 und 23 24 18,
eMail: Kontakt@off-broadway.de
In Zusammenarbeit mit der Kinemathek in Bonn zeigt die Arbeitsgemeinschaft folgende Filme:
23. März 2007, 19.30 Uhr:
Dogville von Lars von Trier
Dänemark/Schweden/GB/F/D/NL 2003, 178 Minuten
vorgestellt von Dr. Isolde Böhme
27. April 2007, 19.30 Uhr:
Match Point von Woody Allen
GB 2005, 124 Min.
vorgestellt von Dr. Sabine Wollnik
25. Mai 2006, 19.30 Uhr:
L.A.Crash von Paul Haggis
USA 2004, 113 Minuten
vorgestellt von Dipl.-Psych. Brigitte Ziob
22. Juni 2007, 19.30 Uhr:
Das Piano von Jane Campion
Australien/Neuseeland 1993, 116 Minuten
vorgestellt von Dipl.-Psych. Angelika Voigt-Kempe
Info: www.psa-kd.de und off-broadway.de
Kartenreservierungen:
Kino des Rheinischen Landesmuseums Bonn, Bonner Kinemathek, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn, Tel.: 0228 / 47 84 89
Kontakt:
Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf e.V. (Institut der DPV/DGPT)
Riehler Str. 23, 50668 Köln, Tel.: 0221/135901, eMail: psa.k-d@t-online.de
weiter Informationen: www.psa-kd.de